Mittwoch, 3. Februar 2021

Interview mit Steffi Regner

1)Beschreibe dich bitte mit drei Worten ? 

Gutgläubig, zielstrebig, dankbar

 2)Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst? 

Indem ich immer meinem innersten Drang gefolgt bin. Ich habe gesungen bevor ich sprechen konnte und habe mit 9 Jahren allen herum erzählt, dass ich gerne Musicaldarstellerin werden möchte ;) Gesagt, getan. Dem klassischen Herzen in mir bin ich dann noch im zweiten Studium gefolgt, dadurch wurde ich dazu diplomierte Gesangspädagogin. Jetzt grade finde ich zusätzlich Arbeit vor der Kamera super spannend, also mach ich eine Weiterbildung zur Film- und Fernsehschauspielerin. Das ist einfach schön, wenn eine Idee plötzlich wirklich zur Umsetzung kommt! 


3) Was würdest Du zur Zeit machen, wenn nicht die Corona Pandemie gekommen wäre?

 Ich würde am Theater Erfurt im großen Haus als Johanna in „Sweeney Todd“ auf der Bühne stehen und jede Vorstellung um mein Leben bangen, ach wäre das schön ;) Zum Glück wurde es auf nächste Spielzeit verschoben, und nicht ganz abgesagt!!

 4)Du hast 2014 Deinen Abschluss als Musicaldarstellerin an der Stage School in Hamburg gemacht. Was war dein Lieblingsfach in der Ausbildung? Und wie hast deine Ausbildung erlebt? 

Das hat eigentlich immer etwas gewechselt. Mein Hauptfach war der Gesang, also war Einzelgesang schon immer sehr spannend! Ich habe aber auch unsere Jazz-Klassen geliebt; meistens eine tolle Energie, eine tolle Lehrerin und danach war man fix und fertig! Ein tolles Gefühl! Natürlich gibt es in der Ausbildung mal Tage oder Phasen, da stehst du in einem Fach irgendwie an und es läuft energetisch nicht, das ist aber ganz normal und ändert sich wieder. Die Ausbildung ist also ein intensives Up and Down, manchmal fliegst du durch alle Klassen und fühlst dich „unstopable“ und manchmal denkst du dir: „Was mach ich hier eigentlich und wozu das alles?“. Wichtig ist, dass die Glücksgefühle immer wieder überwiegen, auch später im Job dann, daraus nimmt man die Kraft für Durchhänger. 

5)Welche Rolle die Du bis jetzt gespielt hast, ist deine Lieblings Rolle gewesen und warum? 

Die größte Herausforderung und damit auch am aufregendsten war sicher die Titelrolle „Amélie“ in „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Durchgehend auf der Bühne und ständig Text und Gesang, das war schon eine tolle Erfahrung! Von der Figur her mochte ich aber fast „Cosette“ noch lieber, liegt aber vielleicht daran, dass generell „Lés Misérables“ mein Lieblingsmusical ist und ich davor die Figur durch das dicke Buch von Victor Hugo gut kennen und lieben lernen konnte! Vielleicht sehe ich mich persönlich auch am meisten in Cosette; die wohlbehütet aufgewachsen ist, aber gerne selbst die Zusammenhänge verstehen würde und aktiv um ihr Glück kämpfen möchte. Diese feine Glaskuppel, die einem aber zu eng werden kann, kommt mir hier in Salzburg bekannt vor.. 

6))Wo siehst du dich in 5Jahren? 

Am besten überall abwechselnd ;) Auf der Musicalbühne, im Unterrichtszimmer und vor der Fernsehkamera in einer aufregenden Mischung wäre toll!

 7)Auf was bist du besonders stolz? 

Auf meine Zielstrebigkeit und Ehrgeiz, obwohl mir das lange auch sehr im Weg war, weil ich es noch nicht richtig einsetzen konnte. Ich war viel zu hart zu mir selbst, damit allein erreicht man aber auch nicht hoch gesteckte Ziele. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt; so bin ich jetzt stolz darauf, alles in meiner Macht stehende zu tun und zu erledigen, und den Rest, den ich nicht beeinflussen kann, so zu nehmen zu können wies eben kommt! Sprich, eben das Beste aus jeder Situation zu machen! 

8)Ist Social Media für dich eher Fluch oder Segen?

Mehr Segen, darüber läuft heutzutage einfach sehr viel, auch beruflich! Natürlich ist man in Gefahr, dass man es für sich falsch benutzt; zu lange oder Accounts folgt, die einem immer ein schlechtes, minimierendes Gefühl geben. Ich habe gelernt, auch mal zu entfolgen und kann das nur jedem ans Herz legen bei solch „schlechten“ Accounts für seinen Selbstwert. Dann ist es einfach super praktisch um UptoDate zu bleiben, für Recherche, auch zum Shoppen (der Algorithmus weiß ja ganz genau was wir brauchen und mögen könnten ;) ) oder sich immer neu gegenseitig zu inspirieren und auszutauschen, einfach von vielen Menschen laufend was mitzukriegen! 

9)Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? 

Wenn alles Organisatorische geklärt ist und es in den reinen kreativen Arbeitsprozess geht, in den sich jeder Mitwirkende auf eine gewisse Art einbringen kann. Dann kommt der berühmte Flow- Zustand, der einen die Zeit vergessen lässt und einfach glücklich macht! 

 10)Hast Du ein Lieblingsstück, das dich vielleicht sogar inspiriert?

 Wie schon eben erwähnt „Lés Misérables“, ich lasse mich aber gerne laufend von neuen Stücken inspirieren! Letztens z.B. „Hadestown“: das hat mich sogar über den Bildschirm gekriegt! Vor allem diese hohe, zarte Männerstimme von Orpheus hat mich total berührt, irgendetwas urinstinktives in mir angestoßen! Wie schön, dass Männer im Musical mittlerweile nicht mehr nur möglichst hoch und laut belten müssen in der Heldenrolle!! 

11)Hast du ein Lebenszitat? 

Puh, da gibt es viele, die einem immer wieder zur rechten Zeit ins Leben fallen. Zur Zeit versuche ich mich mit intensiver Dankbarkeit durch die Krise zu tauchen, also vielleicht folgendes: „Wenn wir morgens aufstehen, sollten wir uns darüber freuen, wie schön es ist, zu leben, zu atmen, zu denken, zu genießen und zu lieben.“ Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph (121-180 n.Chr.)

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